Was sind hängende Geranien und warum sie so beliebt sind
Hängende Geranien, oft auch als Hänge-Pelargonien bezeichnet, sind Zierpflanzen, die sich durch ihren überhängenden oder kriechenden Wuchs auszeichnen. Im Gegensatz zu aufrecht wachsenden Geranien, die eher buschig wirken, entfalten die hängenden Sorten ihre Blütenpracht oft nach unten und eignen sich daher ideal für Blumenampeln, Balkonkästen oder hohe Töpfe. Ihre Beliebtheit verdanken sie ihrer langen Blütezeit, die von Frühling bis zum ersten Frost reicht, und ihrer Fähigkeit, auch schattigere Plätze aufzuwerten. Sie bringen mit ihren unzähligen Blüten in Rot-, Rosa-, Weiß- oder Violetttönen lebendige Akzente auf jeden Balkon und jede Terrasse.
- Lange Blütezeit von Frühling bis Herbst.
- Ideal für Ampeln, Kästen und hohe Behälter.
- Bieten eine Fülle von Blütenfarben.
- Relativ unkomplizierte Pflege.
Die natürliche Wuchsform der hängenden Geranien macht sie zu wahren Kunstwerken der Natur. Sie spenden nicht nur Farbe, sondern schaffen auch ein Gefühl von Fülle und Lebendigkeit, wo immer sie platziert werden. Ihre leichten, überhängenden Triebe lassen sich wunderbar arrangieren und wirken, als würden sie über den Rand des Gefäßes fließen. Dies macht sie zu einer ersten Wahl für jeden, der seinen Außenbereich optisch aufwerten möchte, ohne dabei aufwendige Gartenbaukenntnisse zu benötigen.
Die botanische Einordnung und ihre Besonderheiten
Botanisch gesehen gehören Geranien, die im Gartenhandel meist als Pelargonien verkauft werden, zur Gattung Pelargonium. Die Unterscheidung ist wichtig, da die "echten" Geranien (Gattung Geranium) oft winterharte Stauden sind, während Pelargonien in unseren Breiten typischerweise als einjährige Sommerblumen kultiviert werden, es sei denn, sie werden überwintert. Hängende Geranien sind eine Gruppe innerhalb der Pelargonien, die speziell auf diese Wuchsform gezüchtet wurden. Sie unterscheiden sich von anderen Pelargonien-Gruppen wie den stehenden (Zonal-Pelargonien) oder den Duftpelargonien, primär durch ihre genetisch verankerte Tendenz, über den Topfrand hinaus zu wachsen und zu blühen.
Diese genetische Disposition für hängendes Wachstum ist das Ergebnis gezielter Züchtung über Jahrzehnte. Züchter wählten und kombinierten Pflanzen mit längeren, biegsameren Stielen und einer ausgeprägten Blühfreudigkeit, um die heute bekannten und beliebten Hängeformen zu entwickeln. Das Ergebnis ist eine Pflanze, die natürliche Eleganz mit Ausdauer verbindet und so zu einem Muss für jeden Balkon- oder Terrassenliebhaber geworden ist.
Warum gerade hängende Geranien die richtige Wahl sind
Wenn Sie Ihren Balkon oder Ihre Terrasse in eine grüne Oase verwandeln möchten, bieten hängende Geranien eine Fülle von Vorteilen. Sie sind nicht nur optisch ansprechend, sondern auch sehr anpassungsfähig. Selbst kleinere Balkone gewinnen mit ihnen an Dimension und Farbe. Sie kaschieren unschöne Balkonbrüstungen oder Wandflächen und schaffen durch ihre üppige Blütenfülle einen echten Blickfang. Ihre Pflege ist zudem nicht übermäßig anspruchsvoll, was sie zu einer idealen Wahl für Hobbygärtner aller Erfahrungsstufen macht.
Ihre Fähigkeit, sich über den Rand des Pflanzgefäßes zu neigen und nach unten zu wachsen, ist entscheidend für ihre Wirkung. Dies schafft einen sanften Wasserfall aus Blüten, der vom Frühjahr bis zum ersten Frost anhält. Die schiere Vielfalt an Farben und manchmal auch an Blütenformen innerhalb der hängenden Geranien bedeutet, dass für jeden Geschmack und jede Farbschema-Vorliebe die passende Sorte existiert. Sie sind einfach zu kombinieren und lassen sich gut mit anderen Sommerblumen wie Petunien oder Surfinien in einem klassischen Blumenkasten arrangieren.
Das wahre Geheimnis der Hängegeranie liegt in ihrer Fähigkeit, durch ihre Form und Farbe Räume zu beleben und mit Leben zu füllen, selbst dort, wo wenig Platz vorhanden ist.
Die Vielfalt der Hänge-Pelargonien: Sorten für jeden Geschmack
Das Spektrum an hängenden Geranien ist beeindruckend und bietet für nahezu jeden Stil und jede Vorliebe die passende Pflanze. Von zarten Pastelltönen bis hin zu kräftigen, leuchtenden Farben ist alles vertreten. Die Wuchsformen variieren ebenfalls: Einige Sorten haben einen eher spinnartigen Wuchs mit vielen feinen Trieben, die fast wie ein Vorhang herabhängen, während andere kräftigere, längere Triebe entwickeln, die weiter ausladend wachsen. Die Blüten selbst können einfach, halb gefüllt oder gefüllt sein, und ihre Größe variiert von klein und unauffällig bis hin zu großen, schmetterlingsähnlichen Blüten. Bei der Auswahl ist es ratsam, auf die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Sorte zu achten, insbesondere auf ihre Wuchshöhe und -breite, um sicherzustellen, dass sie perfekt in den vorgesehenen Platz passt.
Einige beliebte Sorten oder Gattungen zeichnen sich durch ihre besonderen Merkmale aus. Die sogenannten Hänge- oder Trauergeranien, oft auch als Surfinien oder Petunien-Hybriden vermarktet, sind bekannt für ihren extrem schnellen und stark überhängenden Wuchs sowie ihre enorme Blütenfülle. Reinrassige Pelargonien-Sorten, die spezifisch als Hängeformen klassifiziert sind, bieten oft einen etwas kontrollierteren Wuchs, der aber dennoch die charakteristische überhängende Form beibehält. Manche Sorten haben auch gefüllte Blüten, die länger halten, während einfache Blütenblätter oft eine intensivere Farbbrillanz zeigen und von mehr Insekten besucht werden.
Hängende Geranien pflanzen: Der richtige Standort und Boden
Um hängenden Geranien ideale Wachstumsbedingungen zu bieten, ist die Wahl des richtigen Standorts und Bodens entscheidend. Diese Pflanzen lieben die Sonne und gedeihen am besten an einem hellen, luftigen Platz. Ein Südbalkon oder eine nach Westen ausgerichtete Terrasse sind oft ideal. Allerdings können viele Sorten auch mit Halbschatten gut zurechtkommen, besonders wenn die Mittagssonne sehr intensiv ist. Achten Sie darauf, dass der Standort vor starkem Wind geschützt ist, da die zarten Triebe und Blüten beschädigt werden könnten. Staunässe ist der größte Feind der Geranien, daher ist eine gute Drainage im Pflanzgefäß unerlässlich.
Der ideale Standort für üppige Blüten
Sonne ist der Schlüssel zu einer reichen Blüte. Hängende Geranien benötigen mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Ein Standort, der morgens Sonne bekommt und nachmittags vielleicht etwas Schatten findet, ist oft ein guter Kompromiss, um Verbrennungen der Blätter bei extrem heißem Wetter zu vermeiden. Prüfen Sie, wie sich die Sonne im Laufe des Tages auf Ihren Balkon oder Ihre Terrasse auswirkt. Auch ein Standort mit viel indirektem Licht kann für manche Sorten ausreichen, doch die Blütenfülle wird dann wahrscheinlich geringer ausfallen. Der Standort sollte zudem gut belüftet sein, damit die Blätter nach Regen oder Tau schneller abtrocknen und Pilzkrankheiten vorgebeugt wird.
Das richtige Pflanzgefäß und die Drainage
Bei hängenden Geranien ist die Wahl des Pflanzgefäßes besonders wichtig, um ihrem überhängenden Wuchs gerecht zu werden. Blumenampeln, Hängekörbe oder hohe Töpfe sind hierfür prädestiniert. Achten Sie darauf, dass das Gefäß groß genug ist, um den Wurzelballen der Pflanze aufzunehmen und genügend Raum für zukünftiges Wachstum zu bieten. Ein Volumen von mindestens 5-10 Litern pro Pflanze ist empfehlenswert, je nach Sorte und wie dicht Sie pflanzen möchten. Entscheidend ist eine gute Drainage: Das Gefäß muss mindestens ein oder zwei Löcher im Boden haben, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Eine Schicht Blähton oder Kies am Boden des Topfes verbessert die Drainage weiter und verhindert, dass die Wurzeln in stehendem Wasser faulen.
Verwenden Sie beim Pflanzen von hängenden Geranien eine hochwertige Balkonblumenerde. Mischen Sie gegebenenfalls etwas Perlit oder Sand unter die Erde, um die Drainage weiter zu verbessern und Staunässe effektiv zu verhindern. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie in einem Terracotta-Topf pflanzen, der Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Bodenbeschaffenheit: Humos, durchlässig und nährstoffreich
Hängende Geranien bevorzugen einen leicht sauren bis neutralen, humosen und gut durchlässigen Boden. Standard-Blumenerde für Balkon- und Kübelpflanzen ist oft eine gute Basis. Wenn Sie zu schwere Erde verwenden, kann dies zu Staunässe führen. Eine gute Mischung besteht aus hochwertiger Blumenerde, ergänzt durch etwas Kompost für zusätzliche Nährstoffe und Kokosfasern oder Perlit für eine verbesserte Belüftung und Drainage. Der Boden sollte locker sein, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können und Sauerstoff erhalten. Regelmäßiges Auflockern der obersten Erdschicht kann ebenfalls förderlich sein.
Das Zusammenspiel von gutem Boden, dem richtigen Pflanzgefäß und einem geeigneten Standort schafft die Grundlage für gesunde und blütenreiche hängende Geranien. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich, wie gut die Pflanze Nährstoffe und Wasser aufnehmen kann und wie widerstandsfähig sie gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist. Wenn Sie diese Grundlagen beachten, legen Sie den Grundstein für eine prächtige Blütenpracht über den gesamten Sommer.
Das Pflanzen selbst: Schritt für Schritt
Das Pflanzen von hängenden Geranien ist ein unkomplizierter Prozess, der nur wenige Schritte erfordert, um sicherzustellen, dass Ihre Pflanzen gut anwachsen. Beginnen Sie damit, die ausgewählten Pflanzgefäße – seien es Ampeln, Balkonkästen oder Töpfe – gut vorzubereiten. Füllen Sie diese bis zu zwei Dritteln mit Ihrer gewählten Erde. Entnehmen Sie die jungen Geranien vorsichtig aus ihren Anzucht- oder Verkaufsbehältern. Wenn die Wurzelballen sehr dicht und stark verfilzt sind, können Sie sie vorsichtig am unteren Ende etwas auflockern, um das Wachstum neuer Wurzeln anzuregen. Setzen Sie die Pflanzen so in das Gefäß, dass der Wurzelballen gut von Erde umgeben ist.
Füllen Sie das Gefäß nun mit Erde auf, bis etwa 2-3 cm unter den oberen Rand Platz bleibt. Dies erleichtert das Gießen, da die Erde nicht sofort überläuft. Drücken Sie die Erde um die Pflanzen herum leicht an, um Hohlräume zu vermeiden und einen guten Kontakt zwischen Wurzeln und Erde herzustellen. Wässern Sie die frisch gepflanzten Geranien gründlich an. Dies hilft der Erde, sich zu setzen und die Wurzeln beginnen sofort mit der Wasseraufnahme. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Die hängenden Geranien werden sich in den nächsten Wochen an ihren neuen Standort gewöhnen und beginnen, ihre charakteristischen überhängenden Triebe zu bilden.
Hängende Geranien pflegen: Gießen, Düngen und Rückschnitt
Die Pflege von hängenden Geranien ist entscheidend für ihre anhaltende Blüte und Gesundheit. Sie benötigen regelmäßiges Gießen, eine angepasste Düngung und gelegentlichen Rückschnitt. Durch Beachtung dieser Pflegemaßnahmen stellen Sie sicher, dass Ihre Pflanzen den ganzen Sommer über mit einer Fülle von Blüten erfreuen und optimal gedeihen. Die Grundprinzipien ähneln denen anderer Geranien, doch die überhängende Wuchsform erfordert einige spezifische Betrachtungen.
Richtiges Gießen: Staunässe vermeiden, Feuchtigkeit anbieten
Das Gießverhalten ist einer der wichtigsten Faktoren für das Wohlbefinden von hängenden Geranien. Sie mögen es, wenn der Ballen stets leicht feucht ist, aber niemals nass. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule und Pilzkrankheiten, was das Ende der Pflanze bedeuten kann. Prüfen Sie daher immer die Feuchtigkeit der Erde, bevor Sie erneut gießen. Stecken Sie einen Finger etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Wenn sich die Erde trocken anfühlt, ist es Zeit zu gießen. An heißen Sommertagen kann dies täglich nötig sein, während an kühleren Tagen das Gießen seltener ausreicht. Gießen Sie am besten morgens und vermeiden Sie dabei, die Blätter und Blüten zu benetzen, um Pilzbefall vorzubeugen. Gießen Sie direkt auf die Erde.
Die Größe des Pflanzgefäßes spielt ebenfalls eine Rolle. Kleinere Töpfe trocknen schneller aus als größere. In Blumenampeln verdunstet Wasser oft auch von den Seiten, was den Gießbedarf erhöht. Es ist ratsam, bei starker Hitze die Pflanzen morgens und gegebenenfalls auch nochmals am späten Nachmittag leicht zu gießen, aber immer nur, wenn die Erde trocken ist. Ein Wasserreservoir im Topfboden kann hier eine Hilfe sein, muss aber so konzipiert sein, dass die Wurzeln nicht permanent im Wasser stehen.
Düngen für eine reiche Blüte
Damit hängende Geranien ununterbrochen blühen, benötigen sie ausreichend Nährstoffe. Da sie in begrenztem Erdvolumen stehen und schnell wachsen, ist eine regelmäßige Düngung unerlässlich. Beginnen Sie etwa zwei bis drei Wochen nach dem Pflanzen mit der Düngung. Verwenden Sie einen speziellen Flüssigdünger für Geranien oder Balkonblumen, der reich an Kalium ist, was die Blütenbildung fördert. In der Wachstums- und Blütezeit von Frühling bis Herbst wird alle ein bis zwei Wochen gedüngt. Halten Sie sich dabei stets an die Dosierungsanleitung auf der Düngerpackung, denn zu viel Dünger kann ebenso schädlich sein wie zu wenig.
Alternativ können Sie beim Pflanzen auch Langzeitdünger in die Erde einarbeiten, der die Nährstoffe über mehrere Monate langsam freisetzt. Dies ist besonders praktisch, wenn Sie nicht regelmäßig düngen möchten. Beachten Sie jedoch, dass auch bei Langzeitdüngern eine zusätzliche Gabe von Flüssigdünger in Spitzenblühphasen oder bei Anzeichen von Nährstoffmangel (z.B. blasse Blätter) sinnvoll sein kann. Eine gute Düngung sorgt für kräftige Pflanzen, intensive Blütenfarben und eine längere Blütezeit.
Entspitzen und Verjüngen: Der richtige Rückschnitt
Um die buschige und üppige Form von hängenden Geranien zu fördern und die Blütezeit zu verlängern, ist ein gelegentlicher Rückschnitt ratsam. Wenn die Pflanzen beginnen, sich stark zu strecken und unansehnlich zu werden, oder wenn die Blütenbildung nachlässt, können Sie die Triebe kürzen. Schneiden Sie einzelne, übermäßig lange Triebe ein Stück zurück. Dies regt die Pflanze an, neue Seitentriebe zu bilden, was zu einem volleren Erscheinungsbild führt. Entfernen Sie verwelkte Blüten und Blätter regelmäßig. Dies sieht nicht nur besser aus, sondern verhindert auch die Bildung von Krankheiten und Samen, was die Pflanze dazu anregt, weiter Blüten zu bilden.
Wenn Ihre Hängegeranien trotz guter Pflege im Sommer etwas nachlassen, können Sie sie radikal zurückschneiden. Schneiden Sie alle Triebe um etwa ein Drittel bis zur Hälfte zurück. Düngen Sie die Pflanze anschließend und versorgen Sie sie gut mit Wasser. Oft treiben sie dann neu aus und beschenken Sie bis zum Herbst mit frischen Blüten.
Überwinterung von hängenden Geranien
Da die meisten hängenden Geranien nicht winterhart sind, müssen sie für die Überwinterung ins Haus geholt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist vor dem ersten Frost. Schneiden Sie die Pflanzen vor dem Einräumen um etwa die Hälfte zurück und entfernen Sie alle kranken oder beschädigten Blätter. Stellen Sie die Geranien an einen hellen, kühlen Ort mit Temperaturen zwischen 5 und 12 Grad Celsius. Das kann ein unbeheiztes Zimmer, ein Gewächshaus oder ein kühler Keller sein. Gießen Sie während der Überwinterung nur sehr sparsam, gerade so viel, dass der Ballen nicht austrocknet. Zu viel Wasser in dieser Ruhephase führt leicht zu Fäulnis. Im späten Winter oder frühen Frühling können die Pflanzen dann wieder an einen wärmeren, helleren Ort gestellt und langsam an die volle Wassergabe und Düngung gewöhnt werden.
Das Überwintern ermöglicht es Ihnen, Ihre Lieblingssorten im nächsten Jahr wieder neu austreiben zu lassen und sich an ihrer Schönheit zu erfreuen. Eine gut überwinterte Pflanze ist oft vitaler und blühfreudiger als eine, die jedes Jahr neu gekauft wird. Achten Sie auf Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben, besonders beim Zurückschneiden und Einräumen. Behandeln Sie diese umgehend, um eine Einschleppung ins Haus zu vermeiden.
Hängende Geranien vermehren: Einfache Methoden für mehr Pflanzen
Die Vermehrung von hängenden Geranien ist eine lohnende Möglichkeit, Ihre Sammlung zu erweitern oder Ihre Pflanzen für das nächste Jahr zu sichern. Während sich Geranien gut über Stecklinge vermehren lassen, ist die Keimung von Samen bei vielen Zuchtsorten, insbesondere den stark hybridisierten Hängeformen, nicht immer einfach oder garantiert identisch mit der Mutterpflanze. Der Weg über Stecklinge ist daher die gängigste und zuverlässigste Methode, um genetisch identische und blühfreudige Nachkommen zu erhalten.
Vermehrung durch Stecklinge: Der Klassiker
Die Vermehrung von hängenden Geranien mittels Stecklingen ist die bevorzugte Methode, da sie einfach ist und nahezu immer zum Erfolg führt, vorausgesetzt, die Bedingungen sind günstig. Der beste Zeitpunkt für die Stecklingsgewinnung ist im späten Sommer oder Frühherbst, bevor die Pflanzen ins Winterquartier gebracht werden, oder im späten Winter/frühen Frühjahr, wenn die Pflanzen beginnen, wieder auszutreiben. Wählen Sie gesunde, kräftige Mutterpflanzen aus und schneiden Sie mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Schere etwa 10-15 cm lange Triebe ab. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur noch ein bis zwei Blattpaare am oberen Ende verbleiben. Dies reduziert die Verdunstung.
Die Stecklinge können Sie dann direkt in Anzuchterde, eine Mischung aus Blumenerde und Sand oder Perlit, stecken. Achten Sie darauf, dass die Stecklinge nicht direkt nebeneinander stehen, um Konkurrenz um Licht und Platz zu vermeiden. Halten Sie die Erde stets leicht feucht, aber nicht nass. Eine Plastiktüte oder eine kleine Abdeckung kann helfen, die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten, was die Wurzelbildung fördert. Stellen Sie die Stecklinge an einen hellen, warmen Ort, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung. Innerhalb weniger Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben, und die jungen Pflanzen können in eigene, etwas größere Töpfe umgesetzt werden.
Pflege der Stecklinge bis zur Auspflanzung
Sobald die Stecklinge Wurzeln gebildet haben und Sie dies durch vorsichtiges Ziehen am Trieb prüfen können – die jungen Pflanzen sollten nun Widerstand leisten –, ist es Zeit für die nächste Pflegestufe. Topfen Sie die jungen Geranien in kleinere Töpfe um, die mit einer nährstoffreicheren Blumenerde gefüllt sind. Achten Sie darauf, dass die Erde gut durchlässig bleibt. Düngen Sie die jungen Pflanzen sparsam, bis sie gut angewachsen sind und erste Anzeichen von neuem Wachstum zeigen. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, aber auch hier gilt: Staunässe vermeiden. Wenn Sie die Stecklinge im Frühjahr gewonnen haben, können Sie sie ab Mitte Mai, nach den letzten Frösten, ins Freie pflanzen.
Wenn Sie die Stecklinge im Herbst gewinnen, werden sie über den Winter an einem kühlen, hellen Ort wie die Mutterpflanzen kultiviert. Sie sind dann im nächsten Frühjahr bereits kräftiger und können früher in voller Blüte stehen. Eine gute Pflege der jungen Pflanzen legt den Grundstein für ihre spätere Entwicklung und Blütenpracht. Die Geduld bei der Aufzucht von Stecklingen zahlt sich oft durch kräftigere und besser angepasste Pflanzen aus.
Mögliche Schwierigkeiten bei der Vermehrung
Obwohl die Vermehrung durch Stecklinge generell gut gelingt, können dennoch Probleme auftreten. Eines der häufigsten Probleme ist, dass die Stecklinge faulen, bevor sie Wurzeln bilden können. Dies liegt meist an zu feuchter Erde, mangelnder Belüftung oder der Verwendung von unreinen Werkzeugen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Werkzeuge sterilisiert sind und die Erde gut durchlässig ist. Auch eine zu hohe Temperatur oder zu direkte Sonneneinstrahlung kann den Stecklingen schaden. Achten Sie auf ein ideales Klima mit leichter Wärme, hoher Luftfeuchtigkeit und hellem, aber nicht grellem Licht.
Um die Erfolgsquote bei der Stecklingsvermehrung zu erhöhen, können Sie auf die unteren Schnittflächen ein Bewurzelungspulver auftragen. Dieses enthält Hormone, die den Prozess anregen und beschleunigen. Bewurzelungspulver ist in Gartencentern erhältlich und einfach anzuwenden.
Vermehrung aus Samen – eine Herausforderung
Die Vermehrung von hängenden Geranien aus Samen ist möglich, aber oft komplexer und weniger empfehlenswert für Hobbygärtner, die sich identische Ergebnisse wünschen. Viele moderne Zuchtsorten sind Hybriden, deren Samen nicht sortenecht sind. Das bedeutet, dass die daraus wachsenden Pflanzen Merkmale aufweisen können, die von der Mutterpflanze abweichen, oder sie blühen eventuell gar nicht oder nur spärlich. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten, beginnen Sie im Spätwinter im Haus mit der Aussaat. Verwenden Sie spezielle Anzuchterde und säen Sie die Samen nur leicht mit Erde bedeckt aus. Halten Sie die Erde feucht und die Temperatur konstant warm. Die Keimung kann mehrere Wochen dauern. Da dies aufwendiger und das Ergebnis unsicherer ist, bleibt die Stecklingsvermehrung die praktischere und beliebtere Methode.
Hängende Geranien und ihr Winterquartier: Überwintern im Topf und draußen
Die Mehrheit der als hängende Geranien verkauften Pflanzen sind Pelargonien, die nicht frosthart sind und daher nicht draußen überwintern können, es sei denn, sie werden wie frostempfindliche Kübelpflanzen behandelt. Das bedeutet für die meisten Gärtner: Hängende Geranien müssen vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden, um sie für das nächste Jahr zu erhalten. Das Überwintern ist ein Schlüsselprozess, um die Lebensdauer dieser beliebten Sommerblumen zu verlängern und Kosten zu sparen, da man nicht jedes Jahr neue Pflanzen kaufen muss. Es gibt verschiedene Methoden, wie Sie Ihre Geranien erfolgreich über den Winter bringen.
Der richtige Zeitpunkt für das Einräumen
Der entscheidende Moment, um Ihre hängenden Geranien ins Winterquartier zu bringen, ist kurz bevor die Temperaturen konstant unter den Gefrierpunkt fallen. Nachtfrost kann die Pflanzen irreversibel schädigen. Beobachten Sie die Wettervorhersagen genau. Oft ist dies im Oktober der Fall. Suchen Sie nach einem trockenen Tag, um die Pflanzen ins Haus zu holen. Dies erleichtert die Handhabung und verhindert, dass bereits feuchte Pflanzen in ein schlecht belüftetes Winterquartier gebracht werden.
Vorbereitung der Pflanzen für die Überwinterung
Bevor die hängenden Geranien ihr Winterquartier beziehen, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Schneiden Sie die Pflanzen kräftig zurück, etwa um die Hälfte bis zwei Drittel ihrer Größe. Entfernen Sie alle verblühten Blütenstände, kranken oder gelben Blätter sowie eventuelle Schädlinge. Dies reduziert die Angriffsfläche für Krankheiten und Schädlinge im Winterquartier und fördert die Bildung kompakter Triebe. Entfernen Sie auch überschüssige Erde, besonders wenn sie nass oder schwer ist. Manche Gärtner topfen ihre Geranien auch komplett um, aber das ist für das bloße Überwintern meist nicht notwendig. Eine gründliche Inspektion auf Schädlinge ist dabei sehr wichtig.
Das ideale Winterquartier: Hell, kühl und trocken
Hängende Geranien benötigen ein kühles, helles und trockenes Winterquartier. Temperaturen zwischen 5°C und 12°C sind ideal. Ein unbeheiztes Treppenhaus, ein kühler Wintergarten, ein Gewächshaus oder auch ein gut belichteter Kellerraum können geeignet sein. Direkte Sonneneinstrahlung ist zwar förderlich, aber bei sehr niedrigen Temperaturen auch nicht immer gegeben. Wichtig ist vor allem, dass die Pflanzen im Winter Licht bekommen, um nicht komplett zu verkümmern.
Vermeiden Sie warme Räume. In beheizten Wohnräumen werden die Pflanzen zum Austreiben angeregt, was zu langen, dünnen und schwachen Trieben führt. Zudem ist die Luft oft zu trocken, was Spinnmilben begünstigt. Das Ziel ist, die Pflanzen in eine Art Ruhephase zu versetzen. Achten Sie auf eine gute Belüftung, um Schimmelbildung vorzubeugen. Stellen Sie die Töpfe auf Untersetzer, um den Boden zu schützen, aber sorgen Sie dafür, dass keine Staunässe entsteht.
Die richtige Pflege während der Überwinterung
Während der Überwinterungsphase ist äußerste Zurückhaltung beim Gießen geboten. Die Pflanzen haben einen stark reduzierten Wasserbedarf. Gießen Sie nur sparsam und nur dann, wenn die Erde komplett trocken ist. Prüfen Sie dies mit dem Finger. Zu viel Wasser führt im kühlen Winterquartier unweigerlich zu Wurzelfäule. Eine Düngung ist während dieser Ruhephase nicht erforderlich und würde den Pflanzen sogar schaden.
Wenn Sie Ihre Hängegeranien in einem dunkleren Raum überwintern müssen, drehen Sie die Töpfe regelmäßig, damit alle Seiten der Pflanze Licht abbekommen und sie nicht einseitig wächst. Achten Sie besonders auf Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben, die sich im Winterquartier schnell ausbreiten können. Bei einem Befall die betroffenen Pflanzenteile entfernen oder mit einem geeigneten Mittel behandeln.
Das Aufwecken und Auspflanzen im Frühjahr
Ab Ende Februar oder Anfang März können die Geranien langsam wieder an die Vegetationsperiode gewöhnt werden. Stellen Sie sie an einen helleren und wärmeren Platz. Beginnen Sie, die Pflanzen wieder regelmäßiger zu gießen und nach etwa zwei bis drei Wochen mit dem Düngen. Wenn die Triebe nun gut austreiben und die Gefahr von Nachtfrösten vorüber ist (in der Regel ab Mitte Mai), können die Geranien wieder ins Freie gebracht werden. Topfen Sie sie bei Bedarf in frische Erde um und pflanzen Sie sie an ihren gewohnten Platz auf Balkon oder Terrasse.
Hängende Geranien überwintern draußen? Nur unter bestimmten Bedingungen
Es gibt keine frostharten hängenden Geranien, die problemlos draußen überwintern könnten. Lediglich unter sehr speziellen Bedingungen und mit erheblichem Aufwand wäre eine Überwinterung im Freien denkbar, zum Beispiel in einem absolut frostfreien, aber trotzdem unbeheizten Gewächshaus, das gut geschützt ist und dessen Pflanzen gut abgedeckt werden können. Dies ist jedoch für die meisten Hobbygärtner weder praktikabel noch zielführend. Der Kauf neuer Pflanzen im Frühjahr ist oft die einfachere und sicherere Variante, wenn das Überwintern nicht gelingt oder nicht gewünscht ist. Für alle anderen gilt: Hinein ins Winterquartier!
Krankheiten und Schädlinge bei hängenden Geranien
Auch robuste Pflanzen wie hängende Geranien können von Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung sind entscheidend, um die Pflanzen gesund zu halten und die Blütenpracht zu erhalten. Die häufigsten Probleme entstehen durch falsche Pflege, ungünstige Standortbedingungen oder eingeschleppte Schädlinge, die sich in der warmen und engen Umgebung eines Balkons oder Gewächshauses schnell vermehren können.
Häufige Krankheiten und ihre Ursachen
Grauschimmel (Botrytis): Dieser Pilz tritt oft bei feuchtwarmem Wetter und schlechter Belüftung auf. Er zeigt sich als grauer, flaumiger Belag auf Blättern, Blüten und Stielen, der zum Absterben der befallenen Teile führt. Vorbeugung ist hier das A und O: Entfernen Sie verwelkte Blüten und Blätter umgehend, sorgen Sie für gute Luftzirkulation und vermeiden Sie Staunässe. Bei Befall befallene Pflanzenteile sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Wurzelfäule: Verursacht durch Staunässe und Pilzbefall im Wurzelbereich. Die Pflanze welkt, obwohl die Erde feucht ist, und die Blätter vergilben. Die Wurzeln werden matschig und faulig. Die einzige wirksame Maßnahme ist die Vorbeugung durch gute Drainage und maßvolles Gießen. Wenn Sie eine beginnende Wurzelfäule erkennen, können Sie versuchen, die Pflanze auszutopfen, die faulen Wurzeln wegzuschneiden und in frische, gut durchlässige Erde zu pflanzen. Die Chancen sind aber oft gering.
Echter Mehltau: Zeigt sich als weißer, pudriger Belag auf den Blättern. Er tritt meist bei trockener Witterung und hohen Temperaturen auf, kann aber auch durch ungünstige Luftfeuchtigkeit gefördert werden. Entfernen Sie befallene Blätter und verbessern Sie die Belüftung. Es gibt spezielle Fungizide im Handel, die helfen können, sind aber bei vielen Hobbygärtnern nicht die erste Wahl.
Schädlinge, die hängenden Geranien zu schaffen machen
Blattläuse: Kleine, grüne, schwarze oder gelbe Insekten, die sich in Gruppen auf jungen Trieben und Blättern ansammeln. Sie saugen den Pflanzensaft und schwächen die Pflanze. Bei starkem Befall können sie auch Rußtau bilden. Bekämpfung erfolgt am besten mit biologischen Mitteln wie Kaliseife (Schmierseife), Neemöl oder durch das Ansiedeln von Nützlingen wie Marienkäfern. Ein starker Wasserstrahl kann bei leichtem Befall helfen.
Spinnmilben: Kleine, kaum sichtbare Tierchen, die feine Gespinste auf der Blattunterseite bilden. Sie saugen ebenfalls Pflanzensaft und führen zu gelblich-grauen Sprenkeln auf den Blättern, die später vertrocknen und abfallen. Spinnmilben lieben trockene Luft. Regelmäßiges Besprühen der Pflanzen mit Wasser (besonders im Winterquartier) kann helfen, sie fernzuhalten. Bei starkem Befall helfen Akarizide oder Neemöl.
Weiße Fliege: Kleine, weiße Fliegen, die bei Berührung der Pflanze auffliegen. Sie legen ihre Eier auf der Blattunterseite ab und saugen ebenfalls Pflanzensaft. Sie können durch Gelbtafeln angelockt und gefangen werden. Biologische Mittel wie Neemöl sind ebenfalls wirksam.
Vorbeugende Maßnahmen für gesunde Pflanzen
Die beste Strategie im Kampf gegen Krankheiten und Schädlinge ist die Vorbeugung. Achten Sie auf eine optimale Standortwahl mit viel Sonne und guter Belüftung. Verwenden Sie hochwertige, gut durchlässige Erde und Pflanzgefäße mit guter Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Gießen Sie bedarfsgerecht und vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen. Entfernen Sie regelmäßig verwelkte Blüten und Blätter. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf erste Anzeichen von Befall oder Krankheit. Bei der Überwinterung ist auf Sauberkeit und korrekte Bedingungen zu achten.
Hängen Sie Gelbtafeln in die Nähe Ihrer hängenden Geranien. Diese locken viele fliegende Schädlinge wie Blattläuse und Weiße Fliege an und reduzieren so deren Population, bevor sie großen Schaden anrichten können.
Was tun bei hartnäckigem Befall?
Wenn Vorbeugung und erste Maßnahmen nicht greifen, müssen Sie möglicherweise zu stärkeren Mitteln greifen. Im Fachhandel gibt es eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln, die gegen spezifische Schädlinge und Krankheiten wirksam sind. Bevorzugen Sie biologische Mittel auf Basis von Rapsöl, Neem oder Kaliseife, da diese oft weniger schädlich für Nützlinge und die Umwelt sind. Lesen Sie die Anwendungshinweise sorgfältig durch und halten Sie diese genau ein. Bei wiederkehrenden Problemen oder starkem Befall kann es auch ratsam sein, die betroffenen Pflanzen zu entsorgen, um eine Ansteckung gesunder Pflanzen zu verhindern.
Geranien schneiden: Formgebung und Blütenförderung
Das Schneiden von hängenden Geranien ist nicht nur zur Formgebung wichtig, sondern vor allem zur Förderung einer reichen und langanhaltenden Blüte. Durch gezielte Rückschnitte können Sie das Wachstum anregen, die Pflanze buschiger machen und sicherstellen, dass sie bis zum Herbst mit unzähligen Blüten Ihren Balkon oder Ihre Terrasse schmückt. Die meisten Schnittmaßnahmen sind unkompliziert und erfordern keine besonderen gärtnerischen Kenntnisse, nur die richtige Technik und das richtige Timing.
Warum Geranien schneiden?
Geranien, die ungehemmt wachsen, entwickeln mit der Zeit lange, oft kahle Triebe mit weniger Blüten an den Spitzen. Durch gezieltes Schneiden regen Sie die Pflanze an, neue, kräftigere Seitentriebe zu bilden. Dies führt zu einem volleren, kompakteren Wuchs und einer Verteilung der Blüten über die gesamte Pflanze. Das Entfernen verwelkter Blütenstände (Deadheading) ist essenziell, um die Pflanze dazu zu bringen, neue Blüten zu produzieren, anstatt Energie in die Samenbildung zu stecken. Zudem hilft regelmäßiges Entfernen von abgestorbenen oder kranken Pflanzenteilen, Krankheiten vorzubeugen.
Der Sommerschnitt: Formgebung und Blütenförderung
Während der Blütezeit im Sommer können Sie die Form Ihrer hängenden Geranien jederzeit mit einer kleinen Schere oder auch von Hand korrigieren. Wenn einzelne Triebe zu lang oder unansehnlich werden, schneiden Sie diese einfach ein Stück zurück. Suchen Sie dazu ein Blatt oder eine Verzweigung unterhalb der gewünschten Schnittstelle. Schneiden Sie knapp über einem gesunden Blatt oder einer Verzweigung, um die Bildung neuer Triebe von dort aus anzuregen. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie die Pflanze in einer Ampel kultivieren, um eine gleichmäßige Verteilung der Blüten und Triebe zu gewährleisten.
Das Entfernen von verblühten Blütenständen ist eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen. Achten Sie darauf, nicht nur die einzelnen Blütenköpfe abzuzupfen, sondern den gesamten verblühten Blütenstiel bis zur nächsten Verzweigung oder zum nächsten Blattansatz abzuschneiden. Dies sieht nicht nur ordentlicher aus, sondern verhindert auch die Bildung von Samenanlagen, die der Pflanze Energie entziehen würden. Wenn Sie dies konsequent tun, wird Ihre hängegeranie den ganzen Sommer über neue Blüten hervorbringen.
Achten Sie beim Schneiden darauf, sauberes Werkzeug zu verwenden. Eine scharfe Schere oder ein scharfes Messer minimiert das Risiko von Quetschungen und beugt Krankheitserregern vor. Bei vielen Geranien tritt aus den Schnittstellen ein milchiger Saft aus. Dieser kann hautreizend sein. Vermeiden Sie den Kontakt mit Augen und Haut.
Der Herbstschnitt: Vorbereitung auf die Überwinterung
Wie bereits im Abschnitt zur Überwinterung erwähnt, ist ein kräftiger Rückschnitt im Herbst vor dem Einräumen ins Winterquartier unerlässlich. Schneiden Sie die Pflanzen etwa um die Hälfte bis zwei Drittel zurück. Entfernen Sie alle schwachen, kranken oder vergilbten Triebe und Blätter. Der Hauptzweck dieses Schnittes ist es, die Pflanze kompakt zu halten, die Verdunstung zu reduzieren und die Überwinterung zu erleichtern. Dies reduziert auch das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall im Winterquartier. Die verbleibenden Triebe sollten stark und gesund sein, um die Ruhephase gut zu überstehen.
Der Frühjahrsschnitt: Weckruf nach der Winterruhe
Nach der Überwinterung, wenn die Pflanzen aus der Winterruhe erwachen und im Frühjahr wieder an einen helleren und wärmeren Standort gestellt werden, kann ein leichter Formschnitt sinnvoll sein. Entfernen Sie alle abgestorbenen oder erfrorenen Pflanzenteile. Überprüfen Sie die Haupttriebe und kürzen Sie gegebenenfalls einige der längsten Triebe, um die Verzweigung anzuregen und eine schöne, buschige Form zu fördern. Dies hilft der Pflanze, kräftig auszutreiben und sich gut auf die neue Blütezeit vorzubereiten. Sobald die Gefahr von Nachtfrösten vorüber ist und die Pflanzen ausgepflanzt werden, beginnen sie sich schnell zu erholen und neue Triebe zu bilden.
Geranien schneiden für die Vermehrung
Der Schnitt von Stecklingen zur Vermehrung von hängenden Geranien ist eine spezielle Form des Schneidens. Hierbei werden gesunde, kräftige Triebe von etwa 10-15 cm Länge ausgewählt. Diese Triebe werden schräg angeschnitten, idealerweise direkt unterhalb einer Blatt- oder Triebknospe. Die unteren Blätter werden entfernt, um die Verdunstung zu reduzieren und die Stecklinge besser in die Erde stecken zu können. Die Schnitte sollten sauber und scharf sein, um das Einwurzeln zu fördern. Die so gewonnenen Stecklinge sind die Basis für neue, identische Pflanzen, die im nächsten Jahr ebenfalls üppig blühen werden.
Hängende Geranien pflanzen: Die richtige Auswahl der Sorten
Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend, um mit hängenden Geranien auf dem Balkon oder der Terrasse die gewünschte Wirkung zu erzielen. Der Markt bietet eine schier unendliche Vielfalt, die sich in Wuchsform, Blütenfarbe, Blütenform und Blühfreudigkeit unterscheiden. Eine gut getroffene Auswahl sorgt für ungetrübte Freude über den gesamten Sommer.
Welche Art von Hängegeranien gibt es?
Grundsätzlich lassen sich die hängenden Geranien in verschiedene Gruppen einteilen, die sich primär in ihrem Wuchsverhalten und der Blütenform unterscheiden. Die bekanntesten sind:
- Hänge-Pelargonien (Pelargonium peltatum): Dies ist die klassische Form, die oft als "echte" Hängegeranie bezeichnet wird. Sie hat fleischige, oft glänzende Blätter und entwickelt lange, überhängende Triebe. Die Blüten sind meist einfach oder halb gefüllt und kommen in einer breiten Farbpalette von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Violett. Sie eignen sich hervorragend für Blumenampeln und Balkonkästen, da sie eine schöne Kaskade bilden.
- Geranien-Hybriden oder "Surfinien-Typ": Diese Kategorie umfasst oft stark wachsende Sorten, die durch intensive Züchtung entstanden sind. Sie sind bekannt für ihre extrem schnellen Wachstumsraten, ihre außerordentliche Blühfülle und ihren stark überhängenden Wuchs. Sie können sogar den Boden berühren, wenn sie in hohen Kübeln gepflanzt werden. Die Blüten sind oft trichterförmig und ähneln Petunien, daher werden sie manchmal auch als "Petunien-Geranien" vermarktet.
- Stehende Geranien (Zonal-Pelargonien) als Hängeform: Manche Züchter haben auch aus den aufrecht wachsenden Zonal-Pelargonien Sorten entwickelt, die einen leichteren, überhängenden Wuchs zeigen. Diese sind oft nicht ganz so starkwüchsig wie die peltatum-Hybriden, können aber dennoch für schöne Effekte in Ampeln sorgen.
Farben und Blütenformen: Vielfalt für jede Deko
Die Farbpalette der hängenden Geranien ist nahezu unbegrenzt. Von reinem Weiß über zarte Pastelltöne wie Rosa und Lachs bis hin zu kräftigem Rot, leuchtendem Pink und tiefem Violett ist alles erhältlich. Es gibt auch Sorten mit zweifarbigen Blüten oder auffälligen "Augen" in der Mitte. Die Blütenformen variieren ebenfalls: einfache Blütenblätter wirken oft leichter und natürlicher, während gefüllte Blüten intensiver und oft länger haltbar sind. Manche Sorten haben auch leicht gekräuselte oder gewellte Blütenblätter, die ihnen eine besondere Note verleihen.
Bei der Auswahl der Farben sollten Sie Ihre persönliche Vorliebe und den Stil Ihres Balkons oder Gartens berücksichtigen. Hellere Farben wie Weiß und Pastelltöne lassen kleine Flächen größer wirken, während kräftige Farben wie Rot und Pink Akzente setzen und eine lebendige Atmosphäre schaffen. Sie können auch verschiedene Farben miteinander kombinieren, um interessante Effekte zu erzielen.
Der Wuchs: Von zart bis üppig
Der Wuchs der hängenden Geranien variiert stark. Einige Sorten wachsen eher spinnartig mit vielen feinen, überhängenden Trieben, die einen fast schleierartigen Effekt erzeugen. Andere entwickeln kräftigere, längere Triebe, die weit ausladend wachsen und eine Fülle von Blüten tragen. Die Länge der Triebe kann von 30 cm bis weit über 1 Meter reichen, je nach Sorte und Pflege. Berücksichtigen Sie die Größe Ihres Pflanzgefäßes und den verfügbaren Platz, wenn Sie eine Sorte auswählen. Eine sehr stark wachsende Sorte kann einen kleinen Balkonkasten schnell überwuchern, während eine schwächer wachsende Sorte in einer großen Ampel etwas verloren wirken könnte.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Beim Kauf von hängenden Geranien sollten Sie auf einige wichtige Kriterien achten, um gesunde und blühfreudige Pflanzen zu erhalten:
- Gesundheit: Achten Sie auf kräftige, grüne Blätter ohne Flecken oder Anzeichen von Schädlingen. Die Pflanzen sollten gut entwickelt sein und bereits erste Blütenansätze zeigen.
- Wuchsstärke: Informieren Sie sich über die erwartete Wuchsstärke und die Trieblänge der Sorte. Passen Sie dies an Ihren geplanten Standort und das Pflanzgefäß an.
- Blütenfarbe: Wählen Sie Farben, die Ihnen gefallen und die harmonisch zu Ihrer Umgebung passen.
- Standortansprüche: Prüfen Sie, ob die Sorte für sonnige oder halbschattige Standorte geeignet ist.
Wenn Sie eine besonders üppige und langanhaltende Blüte wünschen, greifen Sie zu den als "Surfinien" oder "Geranien-Hybriden" bezeichneten Sorten. Diese sind für ihre extreme Wuchsfreudigkeit und Blütenfülle bekannt und oft die beste Wahl für Blumenampeln.
Kombinationen mit anderen Pflanzen
Hängende Geranien sind äußerst vielseitig und lassen sich wunderbar mit anderen Sommerblumen kombinieren. In einem Balkonkasten oder einem größeren Kübel harmonieren sie gut mit aufrecht wachsenden Pflanzen wie aufrechten Geranien, Petunien, Verbenen oder auch Kräutern wie Thymian oder Lavendel. Achten Sie bei der Kombination auf ähnliche Standort- und Pflegeansprüche, insbesondere auf den Wasser- und Nährstoffbedarf. Eine klassische Kombination ist die einer hängenden Geranie mit einer stehenden Sorte in der Mitte des Gefäßes, wodurch ein schönes Volumen und eine ausgewogene Optik entsteht.
FAQs zu hängenden Geranien
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema hängende Geranien. Wir decken die wichtigsten Aspekte von der Pflanzung über die Pflege bis zur Überwinterung ab, um Ihnen zu helfen, das Beste aus Ihren Pflanzen herauszuholen.
Wie oft muss ich hängende Geranien gießen?
Hängende Geranien benötigen regelmäßige Wassergaben, vor allem in heißen Sommermonaten. Die Erde sollte stets leicht feucht, aber niemals nass sein. Prüfen Sie die Feuchtigkeit durch Fingerprobe. An sehr warmen Tagen kann tägliches Gießen nötig sein, an kühleren Tagen seltener. Staunässe unbedingt vermeiden.
Welchen Dünger benötigen hängende Geranien?
Geranien sind Starkzehrer und benötigen während der Blütezeit regelmäßig Nährstoffe. Verwenden Sie einen speziellen Flüssigdünger für Geranien oder Balkonblumen, der reich an Kalium ist. Düngen Sie etwa alle ein bis zwei Wochen gemäß Packungsanleitung. Alternativ ist auch ein Langzeitdünger beim Pflanzen möglich.
Kann ich hängende Geranien im Schatten pflanzen?
Hängende Geranien lieben Sonne und blühen am besten bei mindestens sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag. Sie können auch im Halbschatten wachsen, aber die Blütenfülle wird dann wahrscheinlich geringer ausfallen. Starker Schatten sollte vermieden werden.
Wie überwintere ich hängende Geranien am besten?
Da die meisten hängenden Geranien nicht winterhart sind, müssen sie vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden. Schneiden Sie die Pflanzen kräftig zurück und stellen Sie sie an einen hellen, kühlen Ort (5-12°C). Gießen Sie während der Überwinterung nur sehr sparsam, um Wurzelfäule zu vermeiden.
Wann und wie schneide ich hängende Geranien zurück?
Entfernen Sie laufend verwelkte Blütenstände, um die Nachblüte zu fördern. Längere Triebe können jederzeit im Sommer eingekürzt werden, um die Pflanze buschiger zu machen. Ein starker Rückschnitt erfolgt im Herbst vor der Überwinterung. Im Frühjahr kann ein leichter Formschnitt nötig sein.
Warum blühen meine hängenden Geranien nicht?
Mangelnde Blüte kann verschiedene Ursachen haben: zu wenig Licht, Nährstoffmangel, falsche Bewässerung (zu viel oder zu wenig) oder eine zu starke Belastung durch Krankheiten/Schädlinge. Überprüfen Sie diese Punkte und passen Sie Pflege und Standort gegebenenfalls an.
Kann man hängende Geranien auch aus Samen ziehen?
Die Vermehrung aus Samen ist bei vielen modernen Zuchtsorten von hängenden Geranien kompliziert, da die Samen oft nicht sortenecht sind. Die Ergebnisse können von der Mutterpflanze abweichen. Die Vermehrung durch Stecklinge ist einfacher und führt zu genetisch identischen Pflanzen.
