Der häufigste Fehler: Wasser ist nicht gleich Wasser
Wenn Ihre hängenden Geranien traurig schlaff herabhängen, bevor sie überhaupt richtig geblüht haben, liegt das Problem oft in der Handhabung des Wassers. Viele Hobbygärtner kämpfen mit dem richtigen Maß: Zu wenig Wasser lässt die Blätter welken und die Blütenbildung stocken. Zu viel Wasser hingegen führt zu Wurzelfäule, einem unsichtbaren Feind, der die Pflanze von innen heraus zerstört. Geranien, oder besser gesagt Pelargonien, die wir oft als Geranien bezeichnen, lieben es zwar feucht, aber keinesfalls staunass. Sie sind dankbar für eine gleichmäßige Feuchtigkeit, die sich aber nicht im Topf sammeln darf.
Die Wurzeln brauchen Luft zum Atmen. Wenn der Wurzelballen ständig im Wasser steht, ersticken die feinen Wurzeln. Dies ist besonders bei hängenden Geranien kritisch, da sie oft in Körben oder Ampeln hängen, die sich schnell aufheizen und austrocknen können, aber auch bei Regenwetter schnell übermäßig nass werden. Eine gute Drainage ist daher das A und O. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser immer ablaufen kann. Ein Untersetzer, der nach dem Gießen geleert wird, ist Gold wert.
Warum Staunässe tödlich ist
Staunässe begünstigt die Ausbreitung von Pilzkrankheiten, wie zum Beispiel der Pythium-Fäule, die die Wurzeln zersetzt. Die Pflanze kann dann keine Nährstoffe und kein Wasser mehr aufnehmen, was zu den charakteristischen hängenden Blättern führt, oft begleitet von gelblichen Verfärbungen. Die Pflanze wirkt dann krank, obwohl die Ursache in der übermäßigen Feuchtigkeit liegt. Das Gießen sollte immer dann erfolgen, wenn sich die oberste Erdschicht trocken anfühlt. Ein Fingerprobe ist hier die zuverlässigste Methode. Im Hochsommer kann das tägliche Gießen notwendig sein, während an kühleren Tagen oder nach Regen die Gießintervalle verlängert werden müssen.
Der richtige Zeitpunkt zum Gießen ist entscheidend, um die Pflanzen vor Wurzelfäule zu schützen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Gießen?
Der ideale Zeitpunkt ist am frühen Morgen oder am späten Abend. Dies minimiert die Verdunstung und gibt den Wurzeln Zeit, das Wasser aufzunehmen, bevor die intensive Sonneneinstrahlung die Pflanze erneut belastet. Achten Sie darauf, nicht nur von oben auf die Blätter zu gießen, sondern das Wasser direkt auf die Erde am Fuß der Pflanze zu geben. So erreichen Sie die Wurzeln direkt und beugen Pilzbefall an den Blättern vor.
Die falsche Erde: Ein Nährstoff- und Drainage-Desaster
Haben Sie schon einmal versucht, hängende Geranien in normale Gartenerde aus dem Beet zu pflanzen? Oder vielleicht einfach nur Blumenerde aus dem billigsten Sack genommen? Das kann schnell zu Problemen führen. Geranien benötigen eine spezielle Erde, die sowohl locker und luftig ist, um Staunässe zu vermeiden, als auch ausreichend Nährstoffe liefert, um die üppige Blüte zu unterstützen. Normale Gartenerde ist oft zu dicht, verdichtet sich schnell im Topf und bietet den Wurzeln kaum Sauerstoff. Billige Blumenerden haben oft eine schlechte Struktur und speichern Wasser ungleichmäßig.
Eine gute Hängegeranien-Erde sollte eine hohe Drainagefähigkeit besitzen. Das bedeutet, dass sie Wasser gut durchlässt, aber dennoch genug Feuchtigkeit speichert, um die Pflanze zwischen den Gießvorgängen zu versorgen. Oft enthalten hochwertige Pflanzerden für Balkon- und Kübelpflanzen Perlite oder Tongranulat, was die Struktur verbessert und die Belüftung fördert. Wenn Sie unsicher sind, greifen Sie zu einer speziellen Geranienerde oder einer hochwertigen Kübelpflanzenerde und mischen Sie bei Bedarf etwas Sand oder Perlit hinzu, um die Drainage weiter zu optimieren.
Die Bedeutung der Substratzusammensetzung
Das Substrat ist die Basis für ein gesundes Pflanzenwachstum. Für hängende Geranien sind folgende Eigenschaften wichtig: Gute Wasserspeicherfähigkeit, aber vor allem eine exzellente Drainage. Die Erde sollte nicht zerfallen, wenn sie trocken ist, und nach dem Gießen nicht zu einem harten Klumpen werden. Sie muss locker bleiben, damit die Wurzeln atmen können. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 6,5 ist ideal für die Nährstoffaufnahme.
Mischen Sie frische Erde für jede Saison. Alte Erde kann Krankheitserreger und Nährstoffmangel enthalten, der das Wachstum Ihrer hängenden Geranien beeinträchtigt.
Worauf Sie bei der Erdenwahl achten sollten
Achten Sie auf einen hohen Anteil an organischem Material, aber auch auf Beimischungen wie Perlite, Kokosfasern oder Tongranulat. Wenn Sie eigene Mischungen erstellen, kombinieren Sie hochwertige torffreie Blumenerde mit etwas Sand und Perlite im Verhältnis 2:1:1. Dies sorgt für die notwendige Lockerheit und gute Drainage. Die Erde sollte sich frisch und nicht modrig anfühlen.
Vergessene Nährstoffe: Hungerstreik für die Blütenfülle
Ihre hängenden Geranien sehen zwar grün aus, aber die Blüten lassen auf sich warten oder sind spärlich? Oft liegt das Problem am Dünger. Geranien sind Starkzehrer. Das bedeutet, sie benötigen regelmäßig und ausreichend Nährstoffe, um ihre üppige Blüte zu finanzieren. Wenn Sie nur Blumenerde verwenden, die anfangs zwar vorgedüngt ist, sind die Nährstoffe nach wenigen Wochen aufgebraucht. Ohne Nachschub beginnt die Pflanze, ihre Energiereserven aus den Blättern zu ziehen, was zu schwächeren Trieben und weniger Blüten führt.
Eine regelmäßige Düngung während der Wachstums- und Blütezeit ist daher unerlässlich. Verwenden Sie einen speziellen Geranien- oder Balkonpflanzendünger, der auf die Bedürfnisse dieser Pflanzen abgestimmt ist. Diese Dünger enthalten in der Regel ein ausgewogenes Verhältnis von Stickstoff (N) für das Blattwachstum, Phosphor (P) für die Blütenbildung und Kalium (K) für die allgemeine Pflanzengesundheit und Widerstandsfähigkeit. Auch Spurenelemente wie Eisen und Magnesium sind wichtig.
Der richtige Dünger für hängende Geranien
Für hängende Geranien eignet sich ein Flüssigdünger, der dem Gießwasser beigemischt wird. So stellen Sie sicher, dass die Nährstoffe gleichmäßig verteilt werden und von den Wurzeln aufgenommen werden können. Achten Sie auf den NPK-Wert auf der Verpackung. Ein Verhältnis mit einem höheren Phosphoranteil (z.B. 10-15-10 oder ähnlich) ist in der Blütezeit vorteilhaft. Beginnen Sie mit der Düngung etwa vier bis sechs Wochen nach dem Einpflanzen, wenn die Pflanze gut angewachsen ist, und setzen Sie die Düngung fort, bis zum Ende der Blütezeit im Herbst.
Eine übermäßige Düngung kann genauso schädlich sein wie zu wenig.
Wie oft und wie viel düngen?
Die meisten Balkonpflanzendünger empfehlen eine Anwendung alle ein bis zwei Wochen. Lesen Sie die Anweisungen auf der Verpackung sorgfältig durch und halten Sie sich daran. Es ist besser, etwas weniger zu düngen, als zu viel. Symptome einer Überdüngung können verbrannte Blattspitzen, braune Ränder oder ein salziger Belag auf der Erdoberfläche sein. Wenn Sie merken, dass Ihre Pflanze Anzeichen einer Überdüngung zeigt, spülen Sie den Topf mit klarem Wasser durch, um überschüssige Salze zu entfernen, und reduzieren Sie die Düngermenge.
Auch Langzeitdünger in Granulatform, die einmalig beim Pflanzen in die Erde eingearbeitet werden, können eine Option sein. Sie geben über mehrere Monate hinweg kontinuierlich Nährstoffe ab und erleichtern die Pflege, besonders wenn Sie häufig vergessen zu düngen. Prüfen Sie jedoch, ob die Packung für Ihre Topfgröße ausreichend ist und ob sie für blühende Balkonpflanzen geeignet ist.
Standortwahl: Zu viel Sonne, zu wenig Licht?
Hängende Geranien sind beliebte Balkon- und Terrassenpflanzen, aber ihre Standortwahl erfordert Fingerspitzengefühl. Viele denken, Geranien lieben nur volle Sonne. Während sie viel Licht zum Blühen benötigen, kann pralle Mittagssonne, besonders in Kombination mit einem dunklen, sich stark aufheizenden Topf, zu Verbrennungen an Blättern und Blüten führen. Gleichzeitig sind Geranien keine Schattenpflanzen. An einem komplett dunklen Standort werden sie zwar überleben, aber kaum Blüten entwickeln.
Die meisten hängenden Geranien-Sorten bevorzugen einen hellen Standort mit viel direktem Licht, aber idealerweise mit etwas Schutz vor der intensivsten Mittagssonne, besonders an sehr heißen Tagen. Ein Standort, der morgens oder abends Sonne bekommt und mittags halbschattig ist, ist oft ideal. Hängende Geranien, die in Ampeln oder hohen Kästen wachsen, sind zudem anfälliger für Wind. Starker Wind kann nicht nur die Pflanzen beschädigen, sondern auch die Erde und damit die Wurzeln zu schnell austrocknen lassen.
Das richtige Licht für maximale Blüte
Geranien sind Sonnenanbeter, aber auch hier gibt es Grenzen. Ein Standort, der mindestens 4-6 Stunden direkte Sonne pro Tag erhält, ist ideal, um eine reiche Blüte zu gewährleisten. Helle Standorte, die vor extremen Wetterbedingungen geschützt sind, sind perfekt. Die Farbe der Blüten kann unter extremer Sonneneinstrahlung leiden; Rot- und Pinktöne können verblassen, während weiße Blütenblätter braune Flecken bekommen können.
Der beste Standort für hängende Geranien kombiniert Licht mit einem gewissen Schutz.
Wind und Wetter: Wie schütze ich meine Pflanzen?
Wenn Ihr Balkon oder Ihre Terrasse sehr windig ist, sollten Sie Ihre hängenden Geranien möglichst geschützt aufstellen oder aufhängen. Das kann bedeuten, sie in Ecken zu stellen, die weniger dem Wind ausgesetzt sind, oder auf stabilere Aufhängungen zurückzugreifen. Bei sehr starken Gewitterböen oder Hagel kann es sinnvoll sein, empfindliche Pflanzen kurzzeitig an einen geschützten Ort zu bringen. Achten Sie auch auf die Topfgröße: Größere Töpfe sind oft stabiler und trocknen langsamer aus als kleine.
Falsches Schneiden: Die Blüte selbst stutzen
Das Beschneiden von Pflanzen mag zunächst kontraintuitiv erscheinen, wenn man sich an der üppigen Blüte erfreuen möchte. Doch gerade beim Schnitt von hängenden Geranien gibt es Pflegemaßnahmen, die entscheidend für langanhaltende Blüten sind. Das Entfernen von verblühten Blütenständen ist dabei keine Kür, sondern eine Pflicht. Wenn Sie die verwelkten Blütenstände nicht regelmäßig abschneiden, beginnt die Pflanze, ihre Energie in die Samenbildung zu stecken, anstatt neue Blütenknospen zu produzieren. Das Ergebnis sind weniger und kleinere Blüten.
Das sogenannte Ausgeizen oder Entfernen von verblühten Blütenständen sollte nicht nur den Kopf, sondern den gesamten Stielansatz abschneiden, idealerweise bis zum nächsten Blatt oder Trieb. Dies fördert die Bildung neuer Seitentriebe und somit neuer Blüten. Aber auch ein Rückschnitt im späten Sommer oder Frühherbst kann sinnvoll sein, um die Pflanze auf die Überwinterung vorzubereiten oder um sie noch einmal zu neuem Austrieb und Blüte anzuregen, falls die Saison noch lang genug ist.
Das Ausgeizen: Mehr Blüten durch Konsequenz
Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, um Ihre hängenden Geranien zu inspizieren. Verblühte Blütenstände sind leicht zu erkennen: Sie werden trocken, die Farbe verblasst und sie beginnen, sich zu verfärben. Ziehen Sie den gesamten verblühten Blütenstiel mit einem leichten Ruck ab oder schneiden Sie ihn mit einer sauberen Schere sauber ab. Achten Sie darauf, nicht versehentlich gesunde Knospen oder Blätter zu beschädigen. Regelmäßiges Ausgeizen fördert eine kontinuierliche Blüte von Frühling bis zum ersten Frost.
Verwenden Sie immer eine saubere Schere zum Schneiden. Das verhindert die Übertragung von Krankheiten.
Der Herbstschnitt: Vorbereitung auf die nächste Saison
Gegen Ende der Blütezeit, oft im Spätsommer oder frühen Herbst, kann ein stärkerer Rückschnitt notwendig sein. Dies dient dazu, die Pflanze kompakt zu halten und die Überwinterung zu erleichtern. Kürzen Sie die Triebe um etwa ein Drittel bis zur Hälfte ein. Dies regt die Pflanze an, noch einmal auszutreiben und neue, kräftige Triebe für das nächste Jahr zu bilden. Achten Sie darauf, nur gesunde Pflanzenteile zurückzuschneiden und kranke oder beschädigte Triebe sofort zu entfernen.
Überwinterung: Geranien einfach wegwerfen?
Viele Gartenfreunde sehen hängende Geranien (Pelargonien) als einjährige Pflanzen an und entsorgen sie nach dem ersten Frost. Das ist schade, denn viele Sorten sind frostempfindlich, aber mehrjährig und lassen sich erfolgreich überwintern. Das Wegwerfen spart zwar Arbeit, ist aber teuer und für die Pflanze das Ende. Mit der richtigen Pflege können Ihre Lieblinge den Winter gut überstehen und im nächsten Jahr erneut üppig blühen. Dies schont nicht nur den Geldbeutel, sondern ist auch nachhaltiger.
Die Überwinterung von Geranien ist keine Hexerei. Der Schlüssel liegt darin, die Bedingungen so anzupassen, dass die Pflanze in eine Ruhephase übergeht, aber nicht erfriert oder vertrocknet. Dies bedeutet in der Regel, die Pflanzen vor dem ersten Frost ins Haus zu holen, sie zurückzuschneiden und an einem kühlen, hellen Ort zu lagern. Wichtig ist dabei, dass die Temperatur nicht unter 5 Grad Celsius fällt, aber auch nicht zu hoch ist, um die Ruhephase zu stören. Die überwinterten Pflanzen benötigen deutlich weniger Wasser als in der Wachstumsperiode.
Die richtigen Bedingungen für die Geranien-Überwinterung
Der ideale Überwinterungsort für Geranien ist kühl (idealerweise 5-10°C), hell und gut belüftet. Ein unbeheiztes Treppenhaus, ein kühles Gewächshaus oder ein heller Kellerraum mit ausreichend Fensterfläche eignen sich gut. Vermeiden Sie unbedingt Standorte mit starker Heizungswärme, da dies die Pflanzen austrocknen und zu einem vorzeitigen Austrieb anregen kann. Auch dunkle, feuchte Orte sind ungeeignet, da sie die Schimmelbildung begünstigen.
Eine helle, kühle Überwinterung ist der Schlüssel für vitale Geranien im Folgejahr.
Schritt für Schritt: Geranien überwintern im Topf
Beginnen Sie im Herbst, bevor die ersten Fröste kommen, die Pflanzen ins Haus zu holen. Entfernen Sie alle beschädigten oder kranken Blätter und Blüten. Schneiden Sie die Triebe um etwa ein Drittel bis zur Hälfte zurück. Pflanzen Sie die Geranien möglichst aus den alten, oft ausgelaugten Topferden um. Setzen Sie sie in frische, aber nährstoffarme Erde (weniger Dünger ist hier besser, um ein üppiges Wachstum während der Ruhephase zu verhindern). Stellen Sie die Pflanzen an ihren kühlen, hellen Überwinterungsort.
Die Bewässerung wird während der Überwinterungsphase stark reduziert. Gießen Sie nur so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Je kühler der Standort, desto weniger Wasser wird benötigt. Prüfen Sie regelmäßig auf Schädlinge wie Spinnmilben oder Blattläuse, die sich bei trockener Heizungsluft gerne ausbreiten. Wenn Sie Schädlinge entdecken, behandeln Sie die Pflanzen sofort, am besten mit umweltfreundlichen Mitteln.
Schädlinge und Krankheiten: Früh erkennen, schnell handeln
Auch die gesündeste Geranie kann von Schädlingen oder Krankheiten befallen werden. Das Wissen um die häufigsten Probleme und deren schnelle Bekämpfung ist ein essenzieller Teil der Geranienpflege. Wenn Sie Ihre Pflanzen regelmäßig beobachten, können Sie Probleme oft schon im Anfangsstadium erkennen, bevor sie sich ausbreiten und die gesamte Pflanze stark beeinträchtigen.
Häufige Schädlinge bei hängenden Geranien sind Blattläuse, die sich oft an jungen Trieben und Blütenansätzen ansammeln und den Saft der Pflanze saugen. Spinnmilben können bei trocken-warmer Witterung auftreten und feine Gespinste bilden, die Blätter werden gelblich und fleckig. Weiße Fliegen sind ebenfalls ein Ärgernis und flatternde Schwärme beim Berühren der Pflanze sind ein klares Zeichen. Bei Pilzkrankheiten wie der Blattfleckenkrankheit zeigen sich unschöne Flecken auf den Blättern, die zum Absterben führen können.
Blattläuse und ihre Bekämpfung
Blattläuse sind oft die ersten ungebetenen Gäste. Ein leichter Befall lässt sich oft schon durch Abspritzen mit einem starken Wasserstrahl oder durch Abwischen mit einem feuchten Tuch beseitigen. Bei stärkerem Befall können Sie auf Hausmittel wie eine Lösung aus Wasser und Schmierseife (ca. 1 Esslöffel Schmierseife auf 1 Liter Wasser) zurückgreifen. Sprühen Sie die befallenen Stellen gründlich ein. Auch eine Lösung aus Wasser und Niemöl ist sehr wirksam. Achten Sie darauf, die Blätter auch von unten zu besprühen, wo sich die Läuse gerne verstecken.
Frühes Erkennen ist der beste Schutz vor starkem Schädlingsbefall.
Spinnmilben und andere Plagegeister
Spinnmilben lieben trockene Luft. Regelmäßiges Besprühen der Pflanzen mit Wasser, besonders während trockener Perioden, kann helfen, einem Befall vorzubeugen. Wenn die feinen Gespinste dennoch auftreten, hilft eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und gegebenenfalls die Anwendung eines speziellen Akarizids. Bei Befall mit der Weißen Fliege sind oft mehrere Anwendungen von Spritzmitteln (z.B. auf Rapsöl-Basis) nötig, um alle Entwicklungsstadien zu erwischen. Bei Pilzkrankheiten ist es wichtig, befallene Pflanzenteile sofort zu entfernen und für eine gute Belüftung zu sorgen. Staunässe vermeiden ist hier die wichtigste Prophylaxe.
Die Wahl des richtigen Pflanzgefäßes
Das Aussehen von hängenden Geranien wird maßgeblich durch das Pflanzgefäß mitbestimmt. Doch nicht nur die Ästhetik spielt eine Rolle, sondern auch die Funktionalität. Die Wahl des richtigen Topfes oder Korbes kann den Unterschied zwischen einer üppig blühenden und einer kümmerlichen Pflanze ausmachen. Hängende Geranien brauchen Platz für ihre Wurzeln und vor allem eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden.
Es gibt eine Vielzahl von Optionen: von traditionellen Terrakotta-Ampeln über Kunststoffkörbe bis hin zu modernen Metallgefäßen. Terrakotta ist atmungsaktiv und lässt überschüssige Feuchtigkeit verdunsten, was vorteilhaft ist, aber auch schneller austrocknet. Kunststoffgefäße sind leichter und speichern Feuchtigkeit besser, können sich aber in der Sonne stark aufheizen. Wichtig ist immer, dass das Gefäß über ausreichende Abzugslöcher verfügt. Wenn Sie einen schönen Korb ohne Löcher verwenden, müssen Sie eine Drainage-Schicht aus Kies oder Tonscherben am Boden einbauen und aufpassen, dass sich kein Wasser staut.
Größe ist entscheidend für gesunde Wurzeln
Hängende Geranien bilden ein dichtes Wurzelwerk. Wählen Sie daher Gefäße, die groß genug sind, um den Wurzelballen Platz zu bieten. Ein zu kleiner Topf schränkt das Wachstum ein und führt schneller zu Trockenstress. Für eine üppige Hängegeranie empfehlen sich Gefäße mit einem Durchmesser von mindestens 25-30 cm oder entsprechend große Ampeln. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Pflanzen in ein zu großes Gefäß pflanzen, da dies zu starker Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe führen kann.
Ein ausreichend großes Gefäß mit guter Drainage ist fundamental für kräftige hängende Geranien.
Materialien und ihre Vor- und Nachteile
Hängende Körbe sind oft mit einem Kokosfaser-Inlay ausgekleidet. Diese sind beliebt, weil sie wasserdurchlässig sind und gut aussehen, trocknen aber auch sehr schnell aus. Achten Sie darauf, solche Körbe gut zu wässern, bevor Sie sie bepflanzen. Bei Kunststoffampeln kann es sinnvoll sein, eine Schicht Blähton am Boden einzufügen, um die Drainage zu verbessern und das Gewicht zu reduzieren. Metallgefäße können sich extrem aufheizen; hier ist eine gute Isolierung oder ein Innengefäß aus Kunststoff ratsam.
Der perfekte Pflanzzeitpunkt: Wenn der Frost kein Thema mehr ist
Der Frühling ist die Zeit des Erwachens, und damit auch die Zeit, Ihre Balkonkästen und Ampeln mit blühenden Schönheiten zu bepflanzen. Doch der richtige Zeitpunkt für das Pflanzen von hängenden Geranien ist entscheidend, um Kälteschäden zu vermeiden und einen guten Start ins Gedeihen zu ermöglichen. Geranien sind wärmeliebende Pflanzen und sehr empfindlich gegenüber späten Frösten.
In vielen Regionen Deutschlands ist die Gefahr von Nachtfrösten bis Mitte Mai, oft sogar bis Ende Mai (nach den Eisheiligen), präsent. Pflanzen Sie Ihre Hängegeranien daher niemals zu früh ins Freie. Wenn Sie junge Pflanzen im Haus oder Gewächshaus vorziehen, gewöhnen Sie diese schrittweise an die Außenbedingungen. Dieser Prozess, auch Abhärten genannt, ist unerlässlich, damit die Pflanzen den Übergang gut verkraften und nicht durch plötzliche Kälte geschockt werden.
Abhärten: Die Geranien an die Außenwelt gewöhnen
Beginnen Sie etwa zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanztermin mit dem Abhärten. Stellen Sie die Geranien tagsüber für einige Stunden nach draußen an einen geschützten Platz. In den ersten Tagen wählen Sie einen schattigeren Ort und holen die Pflanzen nachts wieder herein. Nach und nach können Sie die Aufenthaltsdauer im Freien verlängern und die Pflanzen auch sonniger stellen. Erst wenn keine Frostgefahr mehr besteht, können die Geranien dauerhaft draußen bleiben. Achten Sie auf die Nachttemperaturen; diese sollten konstant über 10°C liegen.
Warten Sie auf die Eisheiligen, bevor Sie Ihre Geranien ins Freie pflanzen.
Der ideale Zeitpunkt im Kalender
Generell empfiehlt sich das Auspflanzen von hängenden Geranien ins Freie ab Mitte Mai, nach den sogenannten Eisheiligen (ungefähr 11. bis 15. Mai). In kälteren Regionen oder bei unsicheren Wetterlagen kann es ratsam sein, noch etwas länger zu warten. Prüfen Sie immer die lokale Wettervorhersage. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie die Pflanzen auch in größeren Gefäßen pflanzen, die bei Bedarf kurzzeitig ins Haus oder unter einen Schutz gestellt werden können.
Hängende Geranien vermehren: Stecklinge für neue Pflanzen
Haben Sie besonders schöne hängende Geranien und möchten diese gerne im nächsten Jahr wieder im Garten oder auf dem Balkon haben? Statt neue Pflanzen zu kaufen, können Sie Ihre eigenen erfolgreich vermehren. Die Vermehrung von Geranien ist auf verschiedenen Wegen möglich, aber die einfachste und gängigste Methode für Hobbygärtner ist die Stecklingsvermehrung. Dies ist eine großartige Möglichkeit, Ihre Lieblingssorten zu erhalten oder zu teilen.
Die beste Zeit für die Stecklingsgewinnung ist im späten Sommer oder frühen Herbst, bevor die Hauptpflanzen ins Winterquartier kommen, oder im Frühjahr, wenn die Pflanzen zu wachsen beginnen. Schneiden Sie gesunde Triebe von der Mutterpflanze ab, die nicht blühen. Idealerweise sind diese Triebe etwa 10-15 cm lang und haben noch keine Blütenansätze. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur noch die oberen Blätter und die Triebspitze sichtbar sind. Dies reduziert die Verdunstung und verhindert, dass die Blätter in der Erde faulen.
Die Schritte zur erfolgreichen Stecklingsvermehrung
Schneiden Sie von gesunden Mutterpflanzen ca. 10-15 cm lange, nicht blühende Triebspitzen ab. Verwenden Sie ein scharfes Messer oder eine saubere Schere, um saubere Schnitte zu erzielen. Entfernen Sie die unteren Blätter und eventuelle Blütenknospen. Tauchen Sie das untere Ende des Stecklings in Bewurzelungspulver (optional, beschleunigt aber die Wurzelbildung). Stecken Sie die Stecklinge dann einzeln in kleine Töpfe mit feuchter Anzucht- oder Kräutererde. Achten Sie darauf, dass die Stecklinge sich nicht berühren und die Erde gut feucht, aber nicht nass ist.
Stecklinge benötigen Wärme und Licht, um gut anzuwurzeln.
Wurzeln und Weiterkultur der jungen Geranien
Stellen Sie die bewurzelten Stecklinge an einen hellen, warmen Ort (ca. 20-24°C), aber ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eine Abdeckung mit einer durchsichtigen Plastikhaube oder das Aufstellen in einer kleinen Plastiktüte kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Bewurzelung fördern. Lüften Sie die Abdeckung täglich kurz, um Schimmelbildung zu vermeiden. Nach etwa 3-6 Wochen sollten sich die ersten Wurzeln gebildet haben. Sie können dies vorsichtig prüfen, indem Sie leicht am Steckling ziehen. Wenn Sie Widerstand spüren, sind Wurzeln vorhanden. Sobald die Stecklinge gut bewurzelt sind und die ersten neuen Blätter zeigen, können sie in größere Töpfe pikiert und wie erwachsene Pflanzen weiterkultiviert werden. Sie können dann auch langsam an die Außenbedingungen gewöhnt und im späten Frühjahr ausgepflanzt werden.
