Der Maulwurf Steckbrief: Ein Lebewesen im Erdreich
Der Maulwurf (Talpa europaea) ist ein Meister der unterirdischen Welt und fasziniert durch seine Anpassung an ein Leben im Verborgenen. Sein charakteristisches Erscheinungsbild und seine ungewöhnliche Lebensweise machen ihn zu einem besonderen Bewohner unserer Gärten und Wiesen. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem kleinen, fleißigen Tunnelgräber? Ein detaillierter Steckbrief offenbart die erstaunlichen Fakten über dieses Säugetier.
- Maulwürfe sind Säugetiere, die fast ihr gesamtes Leben unterirdisch verbringen.
- Sie sind keine Nagetiere, sondern gehören zur Ordnung der Insektenfresser.
- Ihre Hauptnahrung besteht aus Regenwürmern und anderen Kleintieren.
- Maulwurfshügel sind ein klares Zeichen für ihre Anwesenheit im Garten.
- Trotz ihres Namens sind Maulwürfe nicht blind, sondern haben stark reduzierte Augen.
Viele Gartenbesitzer kennen die unliebsamen Maulwurfshügel, die plötzlich im Rasen auftauchen. Doch bevor man über ein Maulwurf entfernen nachdenkt, lohnt es sich, die Natur dieses Tieres genauer zu betrachten. Der Maulwurf ist ein wichtiger Teil des Bodenökosystems und hilft bei der Belüftung und Lockerung des Erdreichs. Sein „Steckbrief“ ist gefüllt mit Details, die seine Einzigartigkeit unterstreichen.
Die Identifizierung eines Maulwurfs ist meist unkompliziert. Die typischen kegelförmigen Erdhügel, die aus dem Boden stoßen und oft mit einer kleinen Öffnung versehen sind, sind sein unverkennbares Markenzeichen. Diese Hügel entstehen, wenn der Maulwurf überschüssige Erde aus seinen unterirdischen Gängen an die Oberfläche befördert. Die Größe und Anzahl der Hügel können variieren und geben Aufschluss über die Aktivität des Tieres in einem bestimmten Gebiet.
Der wissenschaftliche Name Talpa europaea verrät bereits viel über seine Verbreitung und seinen Lebensraum. „Talpa“ ist das lateinische Wort für Maulwurf, und „europaea“ weist auf seine Vorkommen in ganz Europa hin. Dort bevorzugt er feuchte, lockere Böden, die leicht zu durchgraben sind und eine reiche Nahrungsquelle bieten.
Größe, Gewicht und äußere Merkmale: Der Blickfang des Maulwurfs
Wie sieht ein Maulwurf genau aus und welche Maße hat er? Der klassische Steckbrief liefert hierzu präzise Angaben, die das Wesen des Tieres greifbar machen. Ein erwachsener Europäischer Maulwurf erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 10 bis 15 Zentimetern. Hinzu kommt ein kurzer, etwa 2 bis 4 Zentimeter langer Schwanz. Das Gewicht liegt typischerweise zwischen 60 und 120 Gramm, wobei die Weibchen oft etwas kleiner und leichter sind als die Männchen.
Das auffälligste Merkmal des Maulwurfs sind zweifellos seine Vorderpfoten. Sie sind extrem kräftig und breit, mit großen, spatelförmigen Krallen ausgestattet, die perfekt zum Graben geeignet sind. Die Pfoten sind nach außen gedreht, was ihm beim Schaufeln von Erde eine effiziente Vorwärtsbewegung im Tunnel ermöglicht. Die Hinterbeine sind deutlich schmaler und kürzer, da sie für das Graben kaum eine Rolle spielen.
Sein Fell ist dicht, samtartig und besonders weich. Es ist meist tiefschwarz oder dunkelgrau gefärbt und hat die bemerkenswerte Eigenschaft, dass es in alle Richtungen gestreckt werden kann, ohne Widerstand zu bieten. Dies ist eine essenzielle Anpassung für ein Leben in engen, oft wechselnden Tunneln. Wenn der Maulwurf sich umdreht oder vorwärts und rückwärts durch einen Gang bewegt, stört das Fell nicht.
Augen und Sinne: Mehr als nur ein dunkles Loch
Eine häufige Annahme ist, dass Maulwürfe blind sind. Tatsächlich sind ihre Augen sehr klein und werden oft von Fell oder Erde verdeckt. Sie sind stark reduziert und können keine scharfen Bilder bilden. Dennoch sind sie nicht funktionslos. Maulwürfe können Hell und Dunkel unterscheiden, was ihnen hilft, sich in ihrer unterirdischen Welt zu orientieren und vielleicht sogar die oberirdische Welt kurz wahrzunehmen, wenn sie an die Oberfläche gelangen. Ihre wichtigsten Sinne sind jedoch ihr Geruchs- und Tastsinn. Die empfindliche Schnauze ist mit zahlreichen Tastsinnesorganen (sogenannten Eimer-Tastorganen) ausgestattet, die ihm helfen, seine Beute und die Umgebung aufzuspüren. Er nimmt Vibrationen im Boden über seinen gesamten Körper wahr, was ihm ebenfalls bei der Jagd und Orientierung hilft.
Das Gehör des Maulwurfs ist ebenfalls gut entwickelt, obwohl er keine sichtbaren Ohrmuscheln besitzt. Kleine Öffnungen hinter den Augen nehmen Schallwellen auf und ermöglichen ihm, Geräusche aus seiner Umgebung zu registrieren. Dies ist besonders wichtig, um sich vor Fressfeinden zu warnen oder die Annäherung potenzieller Beute zu erkennen.
Lebensraum und Revier: Das Reich unter der Erde
Der Europäische Maulwurf ist ein Opportunist, was seinen Lebensraum betrifft, solange bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Er benötigt feuchte, tiefgründige und lockere Böden, die ihm das Graben erleichtern und gleichzeitig eine reiche Nahrungsquelle bieten. Gärten, Parks, Wiesen, Felder und lichte Wälder sind daher ideale Habitate. Staunässe oder sehr trockene, harte Böden meidet er.
Ein einzelner Maulwurf beansprucht ein Revier, das je nach Nahrungsverfügbarkeit und Bodengüte zwischen 200 und 2.000 Quadratmeter umfassen kann. Dieses Revier markiert er durch sein Tunnelsystem und die dort produzierten Maulwurfshügel. Innerhalb seines Reviers legt der Maulwurf verschiedene Arten von Gängen an: Oberflächennahe „Jagdgalerien“, in denen er nach Regenwürmern sucht, tiefere „Wohn- und Nestgänge“ sowie „Stoßgänge“, die senkrecht nach oben oder unten führen und oft mit Hügeln verbunden sind.
Die Tunnelwelt: Ein komplexes Netzwerk
Das Tunnelsystem eines Maulwurfs ist beeindruckend komplex und kann sich über mehrere hundert Meter erstrecken. Die Hauptgänge liegen oft in einer Tiefe von 10 bis 50 Zentimetern, während die oberflächennahen Jagdstreifen nur wenige Zentimeter tief sind. Die aufgeworfenen Maulwurfshügel sind keine reinen Abfallprodukte, sondern dienen auch dazu, alte Gänge zu verfüllen und frische Erde nach oben zu bringen, wo sie für die Jagd genutzt wird. Die Gangsysteme sind oft mehrstöckig und miteinander verbunden, sodass der Maulwurf sich schnell und effizient in seinem Revier bewegen kann.
Ein einzelner Maulwurf ist in der Regel ein Einzelgänger und verteidigt sein Revier gegen Artgenossen, insbesondere während der Paarungszeit. Ausnahmen können vorkommen, wenn ein Weibchen mit seinem Nachwuchs lebt. Das Revierverhalten sorgt dafür, dass die Nahrungsressourcen gleichmäßig verteilt sind und die einzelnen Tiere genügend Futter finden, ohne sich gegenseitig zu stark zu konkurrieren. Die ständige Arbeit am Tunnelbau ist nicht nur der Nahrungssuche dienlich, sondern dient auch dem Schutz vor Fressfeinden, die im offenen Gelände lauern.
Ernährung: Was frisst ein Maulwurf?
Die Frage, was der Maulwurf frisst, ist zentral für sein Verständnis. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Maulwürfe Pflanzen fressen und damit Gärten schädigen, ist ihr Speiseplan fast ausschließlich tierisch. Der Maulwurf ist ein Insektenfresser. Seine Hauptnahrung besteht zu etwa 80-90 % aus Regenwürmern. Dies macht ihn zu einem wertvollen Helfer im Bodenökosystem, da er nicht nur die Erde lockert, sondern auch die Population von Regenwürmern reguliert.
Neben Regenwürmern stehen auch andere wirbellose Tiere auf seinem Speiseplan. Dazu gehören Larven von Käfern (wie Maikäferlarven), Engerlinge, Schnecken, Spinnen und Tausendfüßer. Gelegentlich verzehrt er auch kleine Amphibien, falls diese in seine Tunnel geraten. Die Jagd erfolgt hauptsächlich in den oberflächennahen Gangsystemen, wo er die Vibrationen von Bodentieren wahrnimmt und sie dann blitzschnell packt. Ist der Maulwurf ein Insektenfresser? Ja, und zwar in erster Linie ein Regenwurm-Fresser, aber auch andere Kleintiere.
Der Stoffwechsel eines Energiesparwunders
Der Maulwurf hat einen sehr hohen Stoffwechsel, um seine Energie für das ständige Graben und seine unterirdische Lebensweise aufrechtzuerhalten. Er muss täglich eine Menge Nahrung aufnehmen, die fast seinem eigenen Körpergewicht entspricht. Um genügend Nahrung zu finden, ist er fast ununterbrochen aktiv. Seine Aktivitätsphasen wechseln sich typischerweise mit Ruhephasen ab, die er in seinen tieferen Nestkammern verbringt.
Ein faszinierender Aspekt ist, dass Maulwürfe ihre Beute nicht immer sofort verzehren. Besonders bei Regenwürmern legen sie manchmal einen Vorrat an. Sie beißen den Würmern das Vorderende ab, um sie zu lähmen, aber nicht zu töten. So bleiben sie frisch und sind bei Bedarf schnell verfügbar. Dieses Verhalten erklärt auch, warum man manchmal erstaunlich große Mengen an Regenwürmern in oder nahe einem Maulwurfsgang findet.
Die Verwechslung mit Wühlmäusen ist häufig, aber die Ernährung ist ein entscheidender Unterschied. Wühlmäuse sind Pflanzenfresser und knabbern Wurzeln und Pflanzen an, was zu Schäden im Garten führt. Maulwürfe hingegen konzentrieren sich auf tierische Kost und sind für Pflanzen harmlos. Die Maulwurfshügel sind ein Hinweis auf ihre Anwesenheit, nicht auf Fraßschäden an Pflanzen.
Fortpflanzung und Aufzucht: Der Nachwuchs des Maulwurfs
Die Fortpflanzung des Maulwurfs folgt einem saisonalen Rhythmus, der eng mit den Umweltbedingungen und der Nahrungsverfügbarkeit verknüpft ist. Die Paarungszeit findet meist im Frühling statt, typischerweise zwischen März und Mai. Während dieser Zeit verlassen die Männchen ihre Reviere auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Dies ist oft die einzige Zeit im Jahr, in der Maulwürfe auf der Erde zu beobachten sind, da sie auf der Suche nach Partnern auch längere Strecken überwinden.
Nach der Paarung entwickelt sich in der Regel ein Wurf von 2 bis 7 Jungtieren. Die Tragzeit ist relativ kurz und dauert etwa 4 Wochen. Die Jungen werden in einer speziellen Nestkammer aufgezogen, die meist tiefer im Erdreich liegt, um Schutz vor Kälte und Fressfeinden zu bieten. Diese Nestkammern sind mit weichem Material wie trockenem Gras, Moos und Laub ausgekleidet.
Aufwachsen im Dunkeln: Die Entwicklung der Jungtiere
Bei der Geburt sind die Jungmaulwürfe nackt, blind und hilflos. Sie sind winzig und wiegen nur wenige Gramm. Die Mutter versorgt sie intensiv mit Milch und beschützt sie in der Nestkammer. Die Entwicklung der Jungtiere ist erstaunlich schnell. Bereits nach etwa 2 bis 3 Wochen öffnen sich ihre Augen, und sie beginnen, erste feste Nahrung zu sich zu nehmen. Dies geschieht, indem die Mutter ihnen gelähmte Beutetiere wie Regenwürmer zuführt.
Mit etwa 3 bis 4 Wochen werden die Jungtiere unabhängiger und beginnen, erste Erkundungen außerhalb der unmittelbaren Nestumgebung durchzuführen, oft noch unter der Aufsicht der Mutter. Mit etwa 5 bis 6 Wochen sind sie groß genug und weit genug entwickelt, um das Nest zu verlassen und ihre eigenen, kleinen Reviere zu suchen. Dort beginnen sie sofort, eigene Tunnel zu graben und sich von Kleintieren zu ernähren. Die Überlebensrate der Jungtiere ist relativ gering, da sie vielen Gefahren ausgesetzt sind, wie Raubtieren, ungünstigen Wetterbedingungen und Nahrungsmangel.
Die sexuelle Reife erreichen Maulwürfe in der Regel im darauffolgenden Frühjahr, also im Alter von etwa einem Jahr. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Maulwurfs in freier Wildbahn liegt bei etwa 3 bis 6 Jahren, kann aber unter günstigen Bedingungen und ohne größere Bedrohungen auch länger sein. Ein Maulwurf Steckbrief jungtiere zeigt, wie schnell diese Tiere aus ihrem anfänglich schutzlosen Zustand zu selbstständigen Gräbern heranwachsen.
Natürliche Feinde und Überlebensstrategien
Obwohl der Maulwurf durch sein unterirdisches Leben gut geschützt ist, hat er dennoch eine Reihe von natürlichen Feinden, denen er in der Natur begegnen kann. An der Erdoberfläche ist er besonders verwundbar. Zu seinen größten Bedrohungen zählen Raubsäugetiere wie Füchse, Marder, Wiesel und Hauskatzen. Auch Greifvögel wie Bussarde oder Eulen können Maulwürfe erbeuten, wenn diese sich aus ihren Gängen wagen oder von ihren Hügeln überrascht werden. Eulen sind dabei besonders gefährlich, da sie oft lautlos jagen und den Maulwurf im Dunkeln erspähen können.
In seltenen Fällen können auch größere Reptilien oder bestimmte Vogelarten eine Gefahr darstellen, wenn sie die Gelegenheit bekommen, einen Maulwurf zu fangen. Die größte Gefahr für den Maulwurf sind jedoch oft die Veränderungen seines Lebensraumes durch menschliche Eingriffe, wie intensive Landwirtschaft, Versiegelung von Böden oder der Einsatz von Pestiziden, die seine Nahrungsquellen dezimieren.
Überlebensstrategien im Erdreich
Die wichtigste Überlebensstrategie des Maulwurfs ist sein ausgeklügeltes Tunnelsystem. Dieses bietet ihm nicht nur Schutz vor Raubtieren, sondern auch vor extremen Temperaturen und Witterungsbedingungen. Die tiefen Nestkammern gewährleisten eine konstante Temperatur, unabhängig von der Außentemperatur. Seine Fähigkeit, sich schnell durch sein Netzwerk von Gängen zu bewegen, ermöglicht es ihm, Gefahren zu entkommen und unentdeckt zu bleiben.
Sein dichtes, samtartiges Fell, das in alle Richtungen gebürstet werden kann, ist eine weitere Anpassung, die ihm hilft, sich in den engen Gängen zu bewegen, ohne stecken zu bleiben. Die spezialisierten Vorderpfoten sind nicht nur zum Graben, sondern auch als effektive Werkzeuge, um sich schnell durch den Boden zu schieben und zu schaufeln.
Die ständige Aktivität und der hohe Stoffwechsel stellen sicher, dass der Maulwurf immer genügend Energie hat, um zu graben und zu jagen. Auch die Fähigkeit, Beute zu lagern, indem er Regenwürmer lähmt, ist eine wichtige Überlebensstrategie, um sicherzustellen, dass er auch in Zeiten geringer Nahrungsverfügbarkeit versorgt ist. Der Maulwurf ist somit ein Meister der Anpassung und des Überlebens in seiner speziellen Nische.
Maulwurfshügel und ihre Bedeutung: Ein Zeichen der Aktivität
Die Maulwurfshügel sind das unverkennbarste Zeichen dafür, dass ein Maulwurf in der Nähe ist. Diese kegelförmigen Erdhaufen entstehen, wenn der Maulwurf überschüssige Erde aus seinen Gängen an die Oberfläche befördert. Ein einzelner Maulwurf kann täglich mehrere Kilogramm Erde bewegen, um sein unterirdisches Reich zu erweitern und zu pflegen. Die Hügel können eine Höhe von 10 bis 50 Zentimetern erreichen und haben oft einen Durchmesser von 20 bis 60 Zentimetern.
Die Entstehung der Hügel ist ein Prozess, der mit dem Bau und der Instandhaltung des Tunnelsystems zusammenhängt. Wenn der Maulwurf einen neuen Gang gräbt, schaufelt er die ausgehobene Erde mit seinen Vorderpfoten nach hinten. Dort wird sie von seinen Hinterbeinen weitergeschoben, bis sie schließlich aus einer Öffnung an der Oberfläche ausgestoßen wird. Diese Öffnung ist oft in der Mitte des Hügels zu finden, kann aber auch seitlich oder sogar ganz verschwunden sein, wenn der Hügel älter wird.
Der Unterschied zwischen Maulwurfshügel und Wühlmaushügel
Es ist wichtig, Maulwurfshügel von den Gängen und Hügeln von Wühlmäusen zu unterscheiden. Wühlmäuse leben ebenfalls im Boden, sind aber Pflanzenfresser und verursachen oft Schäden an Pflanzenwurzeln und Gemüsen. Ihre Gänge sind oft flacher und näher an der Oberfläche. Die von ihnen aufgeworfenen Erdhaufen sind meist kleiner, unregelmäßiger und haben keine charakteristische kegelförmige Form wie Maulwurfshügel. Oft sind die Eingänge zu Wühlmausgängen eher seitlich und nicht zentral wie bei einem frischen Maulwurfshügel.
Die Frage, ob man Maulwurfshügel entfernen soll, ist eine häufige, die Gärtner beschäftigt. Einerseits können sie unschön aussehen. Andererseits ist der Maulwurf ein Nützling, der die Bodengesundheit fördert, indem er die Erde belüftet, lockert und Schädlinge wie Engerlinge und Larven frisst. Die Entscheidung, ob und wie man mit Maulwurfshügeln umgeht, hängt von den persönlichen Präferenzen und der Toleranz für diese Tiere ab. Das Entfernen der Hügel selbst ist meist einfach, da die Erde oft sehr locker ist.
Der Maulwurfshügel ist somit nicht nur ein Hindernis im Garten, sondern ein faszinierendes Zeugnis der ständigen Arbeit und des Lebens eines Tieres, das unsichtbar unter unseren Füßen agiert. Ein Maulwurf Steckbrief zum Thema Hügel zeigt, wie diese Erhebungen Teil eines komplexen unterirdischen Lebensraumes sind.
Maulwurf vs. Wühlmaus: Die häufigste Verwechslung
In Gärten und Grünflächen kommt es oft zu Verwechslungen zwischen Maulwürfen und Wühlmäusen, da beide Tiere unterirdisch leben und Erdhügel hinterlassen können. Diese Verwechslung ist jedoch entscheidend, denn ihre Lebensweise, ihre Ernährung und ihr Einfluss auf den Garten sind grundverschieden. Das Verständnis dieser Unterschiede ist essenziell, um richtig auf ihre Anwesenheit zu reagieren.
Der Maulwurf, wie in diesem Steckbrief beschrieben, ist ein Insektenfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von Regenwürmern, Larven und anderen wirbellosen Tieren. Seine Grabetätigkeit dient der Jagd und der Schaffung seines Lebensraumes. Maulwurfshügel sind charakteristische, kegelförmige Erdhaufen, die aus gelockertem Erdreich bestehen. Die Gänge des Maulwurfs sind meist tiefer und gut ausgeprägt.
Wühlmäuse: Die Pflanzenfresser im Untergrund
Wühlmäuse hingegen, wie die Feldmaus oder die Schermaus, sind Nagetiere und ernähren sich überwiegend von Pflanzen. Sie fressen Wurzeln, Knollen, Zwiebeln und die unterirdischen Teile von Pflanzen. Dies kann zu erheblichen Schäden an Zierpflanzen, Gemüsebeeten und Obstbäumen führen. Ihre Gänge sind oft flacher und netzartiger als die des Maulwurfs und liegen näher an der Oberfläche. Die von ihnen aufgeworfenen Erdhügel sind meist kleiner, zerstreuter und unregelmäßiger geformt. Manchmal sind sie nur als kleine Erdschübe oder aufgeworfene Maulwurfshügel-ähnliche Erdhügel zu sehen, oft mit einem seitlichen Eingang. Sie sind keine einheitlichen Kegel.
Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt in der Anatomie. Während Maulwürfe kräftige, schaufelartige Vorderpfoten zum Graben haben, sind die Pfoten von Wühlmäusen eher zum Graben und Klettern geeignet, ähneln aber nicht den spezialisierten Grabwerkzeugen des Maulwurfs. Maulwürfe haben oft ein samtiges, dunkles Fell, während Wühlmäuse eher ein borstigeres, braunes oder graues Fell haben.
Wenn Sie also Erdhügel in Ihrem Garten entdecken, beobachten Sie die Form und die Anordnung. Sind es klare Kegel, ist es wahrscheinlich ein Maulwurf, der als Nützling gilt. Sind die Hügel kleiner, unregelmäßiger und beobachten Sie Fraßschäden an Pflanzenwurzeln, handelt es sich eher um Wühlmäuse, deren Bekämpfung für Pflanzenliebhaber eine höhere Priorität haben könnte. Die Unterscheidung zwischen wühlmaus oder maulwurf hügel ist also von großer Bedeutung für die Gartenpflege.
Maulwurf vertreiben: Wann und wie ist es sinnvoll?
Die Entscheidung, ob und wie man einen Maulwurf vertreiben möchte, hängt stark von der persönlichen Einstellung und den Gegebenheiten im Garten ab. Grundsätzlich ist der Maulwurf ein Nützling, der zur Bodenverbesserung beiträgt und Schädlinge dezimiert. Seine Tunnelsysteme lockern den Boden und verbessern die Belüftung, was für das Pflanzenwachstum von Vorteil sein kann. Wenn die Maulwurfshügel im Garten nicht stören, ist es oft am besten, das Tier zu tolerieren.
Wenn jedoch die Anzahl der Hügel überhandnimmt, der Rasen stark beeinträchtigt wird oder aus ästhetischen Gründen eine Bekämpfung gewünscht ist, gibt es verschiedene Methoden, um Maulwürfe von einem bestimmten Bereich fernzuhalten. Wichtig ist zu wissen, dass Maulwürfe sehr empfindlich auf Lärm und Vibrationen reagieren. Diese Eigenschaft wird oft genutzt, um sie zu vertreiben.
Methoden zur Maulwurfabwehr
Es gibt zahlreiche Präparate und Geräte auf dem Markt, die versprechen, Maulwürfe zu vertreiben. Viele davon basieren auf der Abgabe von Ultraschall oder Vibrationen in den Boden. Diese Geräte werden in den Boden gesteckt und sollen durch unangenehme Reize den Maulwurf veranlassen, das Gebiet zu verlassen und sich anderswo anzusiedeln. Die Wirksamkeit dieser Methoden ist wissenschaftlich nicht immer eindeutig belegt, aber viele Anwender berichten von Erfolgen.
Eine weitere Methode, die manchmal angewendet wird, ist der Einsatz von Hausmitteln. Dazu gehören beispielsweise das Einsetzen von Flaschen im Wind, die unangenehme Geräusche machen, oder das Vergraben von stark riechenden Substanzen wie Knoblauchzehen oder speziellen Pasten in der Nähe der Hügel. Auch Pflanzen wie der Duboisia oder bestimmte Arten von Wolfsmilch werden manchmal als pflanzliche Barriere gegen Maulwürfe genannt. Ob eine Pflanze gegen Maulwurf wirklich hilft, ist oft fraglich, aber sie könnten eine abschreckende Wirkung haben.
Der Einsatz von Gift, wie bei „Maulwurf Gift selber machen“, ist in vielen Regionen nicht erlaubt und zudem ethisch sehr fragwürdig, da es das Tier qualvoll tötet und auch andere Tiere gefährden kann. Generell ist eine sanfte Vertreibung, die das Tier nicht verletzt, vorzuziehen, falls eine Bekämpfung notwendig erscheint. Eine gute Alternative ist es, die Maulwurfshügel zu entfernen und den Boden wieder zu ebnen, was den Maulwurf dazu veranlassen kann, sich einen neuen, weniger gestörten Bereich zu suchen. Langfristig ist es oft am wirksamsten, eine Umgebung zu schaffen, die für den Maulwurf unattraktiv ist, zum Beispiel durch regelmäßige Bodenbearbeitung oder das Anlegen von Wegen.
